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Der Bau und die Ausstattung der Kirche

Die Geschichte der Mariä Himmelfahrt-Gemeinde und ihrer Kirche hat ihren Anfang zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zu der Zeit gehörte das gesamte Gebiet der heutigen Gemeinde Hagen a.T.W. zum Kirchspiel St. Martinus mit seiner Pfarrkirche in der Obermark.

Wegen der stark anwachsenden Bevölkerungszahl dachte man dort an eine Erweiterung oder auch an einen Abriss und kompletten Neubau der bestehenden Kirche. Parallel dazu bestand in Gellenbeck der Wunsch nach einem Gottesdienstraum im Zusammenhang mit der dort bereits bestehenden Schule.

Nach langen und kontroversen Diskussionen führte dieses letztlich zur Neugründung der Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt und dem Neubau einer Pfarrkirche.

Im August 1909 legte der Osnabrücker Architekt Albert Feldwisch-Drentrup einen ersten Entwurf vor. Er orientierte sich, wie es damals noch üblich war, an den mittelalterlichen Kirchen der Gotik. Nach mehreren Um- und Überarbeitungen der Pläne nahm der Bau eher den Charakter einer romanischen Basilika an, wenn auch starke gotische Anklänge nicht zu übersehen sind.

Die Arbeiten wurden weitgehend von Hagener Unternehmen ausgeführt. Bruchsteine und Holz kamen überwiegend als Spenden aus den heimischen Steinbrüchen und Wäldern. Die Bruchsteine wurden im Winter von den arbeitslosen Bauhandwerkern als Eigenleistung kostenlos gebrochen. Materialtransporte übernahmen die heimischen Fuhrwerksbesitzer, überwiegend also die Bauern. Ungezählte kleine und große Spenden und Eigenleistungen ließen das finanzielle Risiko kalkulierbar werden. Und vor allem bedeuteten die Eigenleistungen eine enge Bindung der Menschen an ihr Werk. Die Kirche wurde am 13. Dezember 1915 eingeweiht.

Dem neuen Pastor Gustav Görsmann sagte man guten Kunstverstand nach. Er war federführend bei der Ausstattung der neuen Kirche. Der Hochaltar, eine Stiftung der Familie Gretzmann, thematisiert in allegorischer Weise das Kirchenbild der Zeit nach 1900. Die Kanzel, eine Stiftung der Familie Otte, stellt in fünf Reliefs Szenen aus der Verkündigungstätigkeit Jesu dar.




Den Antonius-Nebenaltar stifte der Pfarrer der St. Martinus-Gemeinde, Antonius Tappehorn, das Altarbild malte Franz Hecker. Es zeigt den heiligen Antonius von Padua mit den Gesichtszügen des Stifters, der die Menschen zum Jesuskind auf dem Schoß Marias führt. Die Kreuzwegbilder malte der Münsteraner Maler Wilhelm Lautenbach im Stil des Historismus. Gestiftet wurden sie vom Mütterverein, dem Vorgänger der heutigen kfd.

Für die Fenster in den Seitenschiffen beauftragte man mit Augustin Pacher sogar einen süddeutschen Künstler. Auch er schuf sie eher im historisierenden Stil des 19. Jahrhunderts. Zehn Jahre später gab es dann ein mutiges künstlerisches Kontrastprogramm mit den übrigen Fenstern von dem jungen Osnabrücker Künstler Theo Landmann. Hauptwerke sind die beiden dreiteiligen Fensterbilder im Querschiff, die einen strengen Christus-König und eine mütterliche Maria-Königin zum Thema haben. Die formale und farbliche Gestaltung der Apostelfenster ist für viele Gemeindemitglieder auch heute noch gewöhnungsbedürftig.

Die Kommunionbank, gestiftet von der Familie Rethmann, genannt Witten-Tegeler, greift bildlich den Evangeliumsvers auf: “Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid.“ Die Figuren der Kommunionbank befinden sich heute an der Schauseite des Zelebrationsaltars.

In der relativ kurzen Zeit von 20 Jahren, von 1915 bis 1935 war die komplette reiche Einrichtung geschaffen und beschafft. Und seitdem ist kaum etwas hinzugekommen. Erst 1960 konnte die einzige kleine Glocke durch ein neues vierstimmiges Geläut ersetzt werden. Die große Innenrenovierung von 1965 hat dann die Ausmalung der Kirche völlig verändert und den Chorraum den liturgischen Anforderungen angepasst. Auch die Orgel war zunächst ein gebrauchtes Provisorium. Nach vielen Reparaturen und Umbauten wurde sie dann 1975 durch eine ganz neue und moderne Orgel ersetzt.

Ein besonders Kapitel in der Baugeschichte der Kirche bildet der Turm. Er befindet sich an einem ungewöhnlichen Platz neben dem Chor der Kirche. Seine genaue Form und Höhe waren nimmer wieder Gegenstand von Diskussionen, bis der Erste Weltkrieg Tatsachen schuf: Weil die meisten Maurer in den Krieg ziehen mussten, wurde der Bau 1915 eingestellt und der vorhandene Stumpf mit einem flachen Pyramidendach abgedeckt.

Immer wieder gab es seither Diskussionen um einen möglichen Weiterbau – zwischenzeitig ist aber für die meisten Menschen in der Niedermark die Kirche ein seit Kindesbeinen vertrauter Anblick; es ist ihre Kirche, so wie sie ist und bleiben soll.

Im Vorfeld des 100jährigen Weihejubiläums der Kirche im Jahre 2015 fand eine umfassende Renovierung der Kirche statt. In fünfmonatiger Arbeit, mit breiter Beteiligung der Gemeinde und einem hohen Anteil ehrenamtlicher Eigenleistung, wurde der Innenraum komplett überarbeitet und behutsam umgestaltet.




Die Sitzbänke in den Seitenschiffen wurden entfernt und die Marienkapelle neu ausgerichtet. Der Haupteingangsbereich wurde helle und freundlicher gestaltet und über den Nebeneingang im Turm wurde ein barrierefreier Zugang geschaffen.

Neben dem Altarraum entstand eine Kapelle für Gottesdienste in kleineren Gruppen, und der Taufbrunnen wurde in den Mittelgang versetzt. Mit viel Liebe zum Detail wurde auch die Ausmalung ergänzt und angepasst.

Eine komplett neue LED-Beleuchtung ermöglicht die stimmungsvolle Ausleuchtung des Raumes in mehreren Varianten, und diskret angebrachte Projektionstechnik kann Bilder oder Texte von allen Plätzen aus gut sichtbar machen.

Die Neugestaltung der Kirche und das Gemeindejubiläum standen unter dem Motto „Von Hoffnung getragen“.

 



 

 

 

 
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Pastor Jörg Ellinger
Pfarreiengemeinschaft
St. Martinus Hagen
und Mariä Himmelfahrt
Hagen-Gellenbeck
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49170 Hagen a.T.W. / Gellenbeck
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